Tradition, die verbindet

Die Mallorquiner sind ein traditionsbewußtes Volk. Heidnische, religiöse und weltliche Bräuche spielen im Dorfleben eine wichtige Rolle und sind mit ihrem sozialen Aspekt der Höhepunkt im sonst eher beschaulichen Alltag. Sie verbinden die Dörfer beim gemeinsamen Essen, Trinken und Tanzen, und bereits bei wochenlangen Vorbereitungen packen alle zusammen mit an. Manchmal dauern die Feste eine ganze Woche oder länger.

Die Mottos der Feste sind vielfältig. Inselweite Tiersegnungen sind das Thema des „Fiesta de Sant Antoni“. Beim Fest zu Ehren des heiligen San Sebastià wird der Tod des Märtyrers aus dem 3. Jahrhundert gefeiert, der wegen seines christlichen Glaubens verfolgt wurde. Aufgrund seiner Standhaftigkeit im Glauben wurde er im Mittelalter als Schutzpatron gegen Krankheiten, insbesondere gegen die Pest, verehrt. In Palma wird „San Sebastià“ am 19. Januar mit zahlreichen Bands und öffentlichen Grillstationen gefeiert, zu denen man sein eigenes Fleisch mitbringt. 

Auch an die vielen Schlachten mit Piraten wird mit wilden Spektakeln erinnert, und die Siege über die Bösewichte werden bis zum Morgengrauen ausgelassen gefeiert. 

Natürlich dürfen bei keinem Dorffest die Dimonis fehlen. Mit kreischenden Kettensägen, funkensprühenden Feuerwerkskörpern und heulenden Sirenen treiben sie auf den Festen ihren Schabernack. Bei diesem wilden Spektakel verblasst jedes Saufgelage in Arenal oder Magaluf. Zu einem anständigen Dorffest gehört natürlich auch ein mordsmäßiger Radau – dafür sorgen traditionelle Dudelsackpfeifer, Flötisten und Trommler. So lebt Mallorcas wahre Magie in seinen lebendigen Traditionen – bis nach Mitternacht, wenn die traditionellen Fiestas von mallorquinischen Rockbands musikalisch aufgepeppt werden.

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