"You can get it if you really want"
Aufgewachsen im Münchner Künstlerviertel Schwabing finanziert sich der Münchner als Briefträger und Taxifahrer das Studium zum Grafik Designer. Danach 30 Jahre Inhaber einer Werbeagentur. Und dann die Erkenntnis, dass es noch mehr im Leben geben muss als 12-Stundentag und Meetingmarathons. Ganz nach dem Motto "You can get it if you really want" beschließt er, in Zukunft nur noch das zu machen, was ihm Spaß macht. 2002 ein Urlaub auf Mallorca, „damit wir es abhaken können, da gefällt es uns sowieso nicht“. Nach einer Woche süchtig. Auf unzähligen Touren erforscht der Wahlmallorquiner von nun an jeden Winkel der Insel. "Ich bin unglaublich neugierig. Beim Wandern zum Beispiel will ich unbedingt wissen, was da vorne an der nächsten Biegung ist. Dort angekommen, das Gleiche wieder, und immer wieder treibt es mich zur nächsten Biegung und wieder läßt es mich nicht los: was kommt an der nächsten Ecke? Irgendwann dann vielleicht das perfekte Motiv." Oder auch nicht. Oft fährt er zig mal zu einem Motiv, bis es im Kasten ist. "Für das Foto vom Felsen im Meer bin ich sechs mal quer über die Insel. Das Licht muss stimmen, ein paar Wolken, aber nicht zu viel und nciht zu wenig. Das Meer mit Wellen, damit es bei der Langzeitbelichtung surreal wie eine Fläche wirkt. Ohne Wellen wirkt der Verschwimmungseffekt der Langzeitbelichtung nicht. Bis das alles perfekt zusammen trifft, da gehen einige Kilomter drauf." Oder das Foto der Kirche in Alcudia. Die Fassade ist noch im Schatten. Kann nur eine Viertelstunde dauern, bis die Sonne richtig steht. Aber es dauert. Also schnell noch ein Cafe con leche und wieder zurück zur Kirche. dauert noch immer. Nach einer halben Stunde Warten schiebt sich entdlich die Sonnen in Position und scheint seitlich auf die Fassade. Eine Freude für jeden Fotografen, denn nur im Seitenlicht kommen alle Strukturen und Risse in der über tausend Jahre alten Fassade richtig zur Geltung. Plötzlich lebt die Fassade. Ich bring die Kamera auf dem Stativ in Stellung und plötzlich schiebt sich eine fette graue Wolke vor die Sonne. So fett, dass die Fassade für mindestens eine Stunde sicher nicht "leben wird". Frustriert packe ich ein und mache mich auf den Heimweg. Man soll ja nie zurück blicken. Doch der Rückspiegel ist gnadenlos und zeigt mir, wie die Kirche plötzlich im Licht der Abendsonne zum Leben kam.
Zum Foto für einen Strand fährt
und veröffentlicht 2014 die erste Ausgabe seines Magazins „Mallorcas schöne Seiten“. Ein Magazin vollkommen ohne Werbung. Es folgen zwei Bildbände über Mallorca und einer der erste Bildband über Palma, der je herausgebracht wurde.
